2009
| 01.12.2009 Segelfliegen | Zurück zur Übersicht |
Power Girls
Von Anne-Kathrin Looft
Frauenpower beziehungsweise die sich selbst so nennenden „Power Girls" schafften es zwar doch nicht, den Himmel rosa zu färben, haben aber bei der versammelten Journaille mächtig Eindruck hinterlassen. Und jede Menge Hintergrundinformationen rübergebracht. Allgemein zum Luftsport und im Besonderen zu Frauen im Luftsport.
Freitagabend: Auftakt im Restaurant des Kieler Flughafens. Bei den Vorbereitungen hatten Ute Hölscher, Elke von Essen, Christine Oehmingen, Christel von Eyss und die anderen festgestellt, dass der Lounge eigentlich ein passender Name fehlt. Was lag da näher, als die Lounge nach einer bekannten, erfolgreichen Pilotin, nach Elly Beinhorn, zu benennen? Kurze Vorstellungsrunde bei einem Gläschen Sekt und dann schnell noch ein Besuch auf dem Tower und ein Blick in die Halle.
Das rustikale Frühstücksambiente vermittelte ein doch diametrales Erscheinungsbild zum vorangegangenen Abend: dort noch in Business-Kleidung und Pumps, jetzt im bequemen Flugplatz-Outfit, dem auch ein Schmierfleck nichts anhaben konnte, beziehungsweise gegen die nordisch kalte Brise wärmte.
Die „Power Girls" waren aber auch eine tolle Mischung, die genau das Verhältnis widerspiegelte, das sich wohl auf jedem Flugplatz finden lässt. Die Jüngste, Jaqueline Isler, war mit ihren zarten 15 Lenzen eine der gefragtesten Interview-Partnerinnen. Aber auch die „Doppelpack-Schwestern" Pamela Lohse (37) und Dyana Schildt (34) waren „ausgebucht", zumal sie echte Flugplatz-Kinder sind und außerdem Vereinsvorsitzende die eine, frisch gebackene Segelfluglehrerin die andere. Auch die Fallschirmspringerin Andrea war heftig umlagert.
Endlich ging es in die Luft: Andrea Peters (48), besser Doktor Andrea Peters, von Beruf Ärztin und naheliegenderweise auch Fliegerärztin, startete in Richtung Nordsee, Halligen. Doktor Doris Mischka (34), demonstrierte ihren Mitfliegern die Verbindung aus Beruf und Hobby: „Die Suche und Dokumentation von Fundstellen aus der Luft ist für mich als Archäologin für Vor- und Frühgeschichte ungeheuer spannend." Ute Hölscher (50), heute Sonderschullehrerin für Blinde, früher Flugbegleiterin, ist eine der meisterfahrenen Pilotinnen in Schleswig-Holstein. Bis hin zur Multiengine-Fluglehrerin konnte, wer mochte, mit ihr an diesem Tag eine Flugstunde machen.
Am Segelflugstart erfuhren die Gäste nicht nur von verschiedenen Kunstfluglizenzen, sondern am „lebendigen" Beispiel, dass Frau und Technik sich nicht ausschließen: Heilpraktikerin Christine Oehmingen (46) engagiert sich nicht nur als Werkstattleiterin, sondern auch als Prüferin Klasse 3 im LTB Schleswig-Holstein.
Nachdem Maren Rehse vom NDR aus dem Segelflugzeug die Kieler Förde von oben gesehen hatte, war sie richtig angetan: „Das war so schön ruhig. Man konnte dahingleiten und sich nebenbei unterhalten. Ja, Motorfliegen hat auch was, aber Segelfliegen hat mehr was von "Fliegen-wie-ein-Vogel'. Und der Windenstart sieht von außen schlimmer aus als von innen." Redakteurin Alexandra Kemna von „Bild der Frau" hatte das Glück, den einzigen Tandem-Sprung des Tages zu machen, beobachtet vom Video-Team des sh:z.
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