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2000-2009

17.05.2000  Landeszeitung Zurück zur Übersicht

Auch Pastor Klaus Bröker geht in die Luft

Aukrug (kl)

Den Albatrossen gleich kreisen sie wieder über dem Naturpark Aukrug: Bis zu acht Segelflugzeuge waren gleichzeitig in der Luft, und das Flugleiterteam von Segelflug Aukrug konnte einmal mehr die magische Grenze von 50 Starts an einem Tag überschreiten. Das schöne Wetter zog viele Gäste zum Vereinsgelände an der B 430 zwischen Bünzen und Bargfeld, die sich für 25 Mark (für fünf Flugminuten plus eine Mark pro jede weitere Minute) ein ganz besonderes Naturerlebnis verschafften.

Aber auch die Mitglieder von Segelflug Aukrug wollen an solchen traumhaften Tagen natürlich alle nur das eine: in die Luft und das möglichst lange. Einer von ihnen ist Pastor Klaus Bröker. Vor 22 Jahren hat er seinen Flugschein gemacht hat, und dass er ausgerechnet am Muttertag seinem Hobby frönte, konnte er sogar philosophisch begründen: Segelfliegen ist die totale Unabhängigkeit von der Mutter. Will sagen: Im Cockpit seiner Maschine ist der Pilot ziemlich auf sich allein gestellt. Rechtsranfahren kann man vergessen, meint Bröker. Er sucht und findet im Segelfliegen ein ganz besonderes Gefühl von Freiheit: Man ist völlig allein verantwortlich das ist jedes Mal wieder eine Herausforderung und Bestätigung.

Wir haben hier wirklich einen unheimlich schönen Platz, lobt Aukrugs Pastor das Segelfluggelände und die drumherumliegende Landschaft, die er auf seinen Flügen Richtung Nortorf und Neumünster immer wieder neu genießt. Dieser Genuss ist für die Cracks in diesen Tagen allerdings nicht so ungetrübt wie das Wetter. Die Blauthermik, also das völlige Fehlen von Wolken stellt für uns schon ein Problem dar, erklärte Dag Pauschardt. Kumuluswölkchen dienen den Piloten nämlich als Orientierungspunkte in Sachen Aufwinde: Wenn am Boden erwärmte Luft nach oben steigt und sich abkühlt, bilden sich Quellwolken. Und da fliegen wir dann hin, sagt Pauschardt. Der 2. Vorsitzende, der sich (wie auch Bruder Björn und Karl-Heinz Boller-Rocholl) für die Deutschen Meisterschaften im Streckensegelflug Ende Juli in der Eifel qualifiziert hat und von Aukrug schon einmal einen 630 Kilometer langes Dreieck (mit Eckpunkten bei Berlin und Braunschweig) bewältigt hat, kann sich als Profi bei diesen nicht ganz idealen Verhältnissen auf sein Thermikgefühl verlassen. Aber auch bei Blauthermik muss man nicht völlig blind fliegen: Manchmal zeigen einem Bussarde, die mit uns aufsteigen und kreisen, die Aufwinde an oder eben andere Segelflieger.

Das unvergessliche Erlebnis eines Segelflugs über dem Naturpark wollen die Aukruger auch möglichst vielen Gästen zuteil werden lassen. Und darum hat der Verein sich pünktlich zur Saison einen neuen (und den insgesamt dritten) modernen Kunststoff-Doppelsitzer (Kostenpunkt: 120 000 Mark) angeschafft. Wir brauchten das Flugzeug jetzt, denn wir haben jede Menge Zulauf, und wenn wie heute viele Besucher da sind, sollen trotzdem auch unsere Vereinsmitglieder nicht zu kurz kommen, sagte Pauschardt. Der Weg zu einer Mitgliedschaft könnte über einen Schnupperkurs führen. 100 Mark kostet das Angebot, das nicht nur fünf Starts mit einem Fluglehrer garantiert: Interessenten nehmen vom Auspacken bis zum Einräummen der Flugzeuge am Flugbetrieb teil und können das ganze Vereinsleben kennenlernen, erläuterte Flugleiterin Pamela Lohse. Mit 14 Jahren darf man anfangen zu schulen, und mit 17 kann man seinen Flugschein machen, ergänzt der stellvertretende Jugendleiter Jan Grage. Alle Vereinsmitglieder und auch die Fluglehrer leisten ehrenamtliche Arbeit, betont Dag Pauschardt: Nur so ist es möglich, Segelfliegen für alle attraktiv zu gestalten. Der harte Kern: Für die besonders aktiven Vereinsmitglieder ist der Segelflugplatz von Ende März bis Oktober das zweite Zuhause.

Termine:
1. Juni: Schülerfliegen
Björn Pauschardt kommt mit einer Schulklasse der Theodor-Storm-Schule aus Husum. Sie werden vormittags auf dem ...
10. Juni: Flugtag für ehemalige und passive Mitglieder
Wir wollen allen ehemaligen Segelfliegerinnen und Segelfliegern sowie allen fördernden Mitgliedern in Erinnerung rufen, ...

Presse: 16.05.2012
Segler sausen durch die Lüfte
Aukruger Piloten diesmal ganz vorn und rekordverdächtig schnell