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1930-1979

07.06.1973  Landeszeitung Zurück zur Übersicht

Ein wahres Volksfest für den Aukrug

MdL Fölster überbrachte einen Scheck und die Grüße des Ministerpräsidenten

Aukrug (hau) - Erster Höhepunkt dieses Jahres war für den Aukrug die Einweihung des neuen Segelflugplatzes am Bünzau-Wanderweg. Viele Menschen hatten sich auf dem Gelände versammelt und füllten bis auf die letzte Lücke den Platz um die Absperrungen. Besonders die zahlreichen auswärtigen Gäste nutzten die Möglichkeit und erlebten einen abwechslungsreichen Himmelfahrtstag. Sogar Petrus hatte an diesem Tag ein Einsehen. Bis zum Nachmittag blieb es trocken. Die Feuerwehrkapelle gab einige Kostproben ihres Könnens und sorgte unter der Leitung von Kapellmeister Heinz Schnack mit flotten Rhythmen erst richtig für Stimmung.

Zum eigentlichen „Clou" des Tages kam es, als Bürgermeister Jensen und der Landtagsabgeordnete Fölster zwei doppelsitzige Flugzeuge auf die Namen „Aukrug" und „Schleswig-Holstein" tauften. Nach dieser symbolischen Handlung unternahmen die Ehrengäste die ersten Runden vom neuen Segelflugplatz aus. Während des ganzen Tages stiegen dann Leute zu Gastflügen in die Luft und konnten den reizvollen Aukrug mit seiner Umgebung aus der Vogelperspektive betrachten.

Die Segelfluggruppe im TSV Aukrug besteht seit Anfang 1973. Neben den Aukruger Mitgliedern kommen die meisten aus Hamburg, Itzehoe und Neumünster. Im zentral gelegenen Naturpark Aukrug haben die Sportler ein großartiges Betätigungsfeld vorgefunden. Besonders günstig haben sich die ausgezeichneten thermischen Voraussetzungen erwiesen. Aufgrund zahlreicher Neuaufnahmen aus der Gemeinde und der näheren Umgebung ist die Stärke der Gruppe bereits in kurzer Zeit auf 23 Mitglieder angewachsen. Neben zehn lizenzierten Fliegern wird in Kürze sogar ein amtlicher Fluglehrer in der Sparte tätig.

Der Platz wurde nach gut entwickelter Grasnabe vor kurzer Zeit vom Landeswirtschafts- und Verkehrsministerium ordnungsgemäß abgenommen. An Maschinen stehen neben den bereits erwähnten Doppelsitzern zwei Leistungseinsitzer zur Verfügung. Der Start wird mit einer Schleppwinde durchgeführt. Ferner sind ein Seilrückholwagen und ein Startwagen vorhanden. Zur Verständigung dient eine Telefonverbindung. Funk hat sich aufgrund der Störungsanfälligkeit nicht bewährt. Als Treffpunkt und Übernachtungsmöglichkeit haben die Segelflieger ein schmuckes Ferienhaus gemietet. Ferner wurde eine luftfahrttechnisch zugelassene Werkstatt mit einem Geräte- und Flugzeugschuppen in Betrieb genommen. An den Wochenenden ist dort immer Hochbetrieb. Oft müssen die Maschinen instandgesetzt und repariert werden.

Um dem schwierigen Transportproblem der Flugzeuge in der Zukunft begegnen zu können, hat es sich die Segelflugabteilung zum Ziel gesetzt, möglichst bald mit dem Bau einer Flugzeughalle am Fluggelände zu beginnen.

In seiner Eröffnungsansprache richtete der 1. Vorsitzende des TSV Aukrug, Hermann Carstens, herzliche Grußesworte an die Besucher. Er schilderte die äußerst günstigen Bedingungen, Segelfliegen im Aukrug zu betreiben. Im Anschluß daran ergriff Dr. Prasch, der Abteilungsleiter der Segelfluggruppe im TSV, das Wort und dankte für die umfangreiche Unterstützung, die seitens der Landesregierung, der Gemeinde Aukrug, des Sportvereines sowie aus breiten Schichten der Bevölkerung zuteil wurde. Mit Genugtuung führte er die bisherigen Fortschritte auf den guten Kontakt mit den Aukrugem zurück.

Nach einem Grußwort von Bürgermeister Jensen ergriff Mdl Fölster das Wort und stellte die besondere ländliche Lage des Aukrugs als Lebensraum in näherem Zusammenhang mit den Möglichkeiten der Erholung und Freizeitgestaltung als sportliches Betätigungsfeld heraus. Zusammen mit einem Scheck über 2000 DM ließ Ministerpräsident Dr. Stoltenberg herzliche Grüße übermitteln. Der Vorsitzende des ADAC, Hans Carstens, überreichte ebenfalls einen Scheck.

Nach der Taufe der Segelflugzeuge kam es am Nachmittag zu einem weiteren spektakulären Ereignis. Die Oldtimer versammelten sich auf dem Gelände. Man staunte nicht schlecht, denn anstelle der angekündigten zwanzig waren über sechzig „alte Veteranen" erschienen. Modelle der Jahre 1914 - 53 waren zu sehen. Besondere Beachtung fanden die diversen Mercedes-Modelle, Ford T, der seit 1914 gebaut wurde, sowie der Mercedes Kombi, eine Sonderanfertigung, von der es nur noch zwei Exemplare gibt. Die Gruppe der „Oldtimer" kam aus dem gesamten norddeutschen Raum und befand sich auf einer Sternfahrt nach Meezen.

Die Mitglieder, die in der Deutschen Schnauferlschule, dem Deutschen Automobilveteranenklub und Mercedesveteranenklub zusammengefaßt sind, bringen sehr viel Idealismus für ihr „Steckenpferd" auf. Die blankpolierten alten Autos, Wegbereiter für den heutigen Verkehr, werden oft lange Zeit instandgesetzt, bis sie fahrbereit sind. Ebenfalls ist die Beschaffung von Ersatzteilen schwierig. Zum Abschluß erhielten die „Veteranen" von kleinen Aukruger Mädchen Blumensträuße überreicht. Bevor die „Oldtimer" ihre Fahrt im „Schneckentempo" fortsetzten, statteten sie noch dem „Olen Hus" einen Besuch ab.

 

Text und Foto: Horst Hauschildt

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Presse: 16.05.2012
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