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DM in Winzeln

Alexander Höpner hatte sich im letzten Jahr auf dem Wettbewerb in Brandenburg für die Deutsche Meisterschaft 2009 in der Clubklasse qualifiziert. Frerk Frommholz hatte die direkte Qualifikation in Brandenburg nur knapp verfehlt und war erster auf der Warteliste, von der auch er in das gut 40 Piloten starkeTeilnehmerfeld nachgerückt ist. Vom 24.5. bis 6.6.2009 sind beide in Winzeln / Schrammberg im Schwarzwald gegen die starke Konkurrenz angetreten.
Als Rückholer war Kevin Leser dabei, der auch für das folgende Tagebuch und Fotos gesorgt hat.

Der Anreisetag zur DM nach Winzeln begann um 09:00 Uhr in der Früh. Er war mit erlebnisreichen Situationen verlaufen. Als wir dann endlich nach 11 Stunden Fahrt auf dem Flugplatz auffuhren, richteten wir lediglich noch unser „Zuhause“ ein und tranken ein Bier.

Bis zum ersten Wertungstag flogen die beiden Wettbewerbsteilnehmer Frerk Frommholz und Alexander Höpner ein Pflicht-Training, was sie aber durch Außenlandungen auf anderen Flugplätzen beendet hatten. Alexander erreichte eine Strecke von 159 km und Frerk 156 km. Die besten drei Piloten beim Pflicht-Training erhalten eine Flasche Wein.

Erster Wertungstag (25.5.):
Um 10.30 Uhr ist Briefing. Es ist relativ gutes Wetter vorhergesagt. Die beiden Piloten müssen heute eine "Speed Assigned Area Task" fliegen. Alexander und Frerk machen ihre Flugzeuge für die Startbereitschaft um 12:00 Uhr fertig. Nach einem spannenden Flug sind die beiden Piloten auf dem Flugplatz in Gerstetten gelandet. Momentan ist Alexander (216 km)auf den 15. Platz und Frerk (195 km)hat den 37. Platz erreicht.

Zweiter Wertungstag (26.5.):
Der zweite Tag wurde leider wegen schlechten Wetters neutralisiert. Wir haben aber unserenTag mit einer kleinen Stadtrundfahrt gefüllt.

Dritter Wertungstag (27.5.):
Es ist gutes bis sehr gutes Wetter vorhergesagt. Die Aufgabe besteht heute darin, eine 504,5 km Racing Task zu fliegen. Beide Piloten haben um 12 Uhr die Abfluglinie überquert. Unsere beiden DM´ler kommen auch sehr gut voran. Frerk hat gegen Abend die Aufgabe nach 516 km (das war Frerks erster 500er! Herzlichen Glückwunsch) mit einer sauberen Landung auf dem Flugplatz Winzeln beendet. Nur Alexander der sich unglücklicherweise verbastelt hat, ist nach 408 km in der Nähe von der Hahnweide auf einem Acker gelandet. Momentan ist Frerk mit 1339 Punkten auf dem 27. Platz und Nanda mit 1069 Punkten auf dem 35. Platz. Der führende heißt Jens Becker und hat 1999 Punkte.

Vierter Wertungstag (28.5.):
Der vierte Wertungstag wurde neutralisiert. Den Tag haben wir mit Einkaufen und mit einem Condor Contest (Segelflugsimulator) gefüllt. Den Tag haben wir dann mit einem gemütlichen Grillen beendet.

Fünfter Wertungstag (29.5.):
Der fünfte Wertungstag beginnt mit gutem Wetter. Der Meteorologe, der morgens das Wetter brieft, hat schon sein Segelflugzeug aufgerüstet, das lässt darauf schließen, dass wir heute gutes Wetter bekommen. Um 10 Uhr, wie jeden Morgen, erklingt die Briefingsmelodie über die Lautsprecher. Die beiden Piloten müssen heute eine Racing Task mit 410,6 km fliegen. Startbereitschaft ist um 11 Uhr. Die Abfluglinie wird 15 Minuten nach dem letzten Piloten der gestartet ist, geöffnet. Der Tag war anfangs blau; gegen Nachmittag entwickelte sich gute Wolkenthermik. Leider rief mich Alex eine halbe Stunde nach Abflug an, er sei außengelandet. Frerk kam am Abend glücklich wieder zum Flugplatz (440 km). Der Abend klang mit einem Spaghetti-Essen aus.

Sechster Wertungstag (30.5.):
Heute haben sich schon am Vormittag 3 bis 4/8 Cu-Bewölkung gebildet. Die Aufgabe besteht heute darin, eine Racing Task mit 312 km zu fliegen. Neben der Deutschen Meisterschaft, führt der LSV Schwarzwald e.V. ein „Tag der offenen Tür“ durch, der bis morgen andauert. Der heutige sowie der morgige Tag bieten außer eine Hüpfburg für Kinder, einen Grill sowie Getränke Verkauf, auch zahlreiche Flugvorführungen. Nebenbei wird auch eine Extra 300 L eine Kunstflugvorführung präsentieren. Gegen Abend sind Alex und Frerk wieder auf dem Flugplatz in Winzeln gelandet.

Siebenter Wertungstag (31.5.):
Am morgen des nächsten Wertungstages sah das Wetter noch nicht sonderlich fliegbar aus, was aber im Laufe des Vormittages schnell besser wurde. Beim morgendlichen Briefing wurde eine Speed Assigned Area Task mit 3 Stunden Wertungszeit und einer Strecke zwischen 123 und 376 km ausgegeben. Frerk, der seinen 3. Wendepunkt anfliegen wollte, bekam leichte Höhenprobleme und entschied sich, auf dem Flugplatz Winzeln „außenzulanden“. Alexander der 20 Minuten später landete, schaffte die Wende und stieg nach einer schönen Landung geschafft aus sein Flugzeug. Am Abend wurde die Piste als kleine Rennstrecke umfunktioniert. 6 Ferraris die zum „Tag der offenen Tür“ angereist sind, haben sich auf der Piste ein kleines Beschleunigungsrennen geliefert. Auch die Extra 300L spielte mit. Der dunkle Ferrari F430 und die Extra 300L lieferten sich ein Beschleunigungsrennen, wobei sich die Extra 300L geschlagen geben musste.

Achter Wertungstag (1.6.):
Der nächste Wertungstag sah nicht sehr gut aus. Bedeckter Himmel, nur vereinzelte Konturen zu erkennen. Wir hatten schon einen alternativen Plan für den Tag auf die Beine gestellt. Doch beim morgendlichen Briefing wurde fliegbares Wetter vorhergesagt und so müssen die beiden heute eine Area Task mit 3 Stunden Wertungszeit und einer Strecke von 123 bis 388 km fliegen. Die Startbereitschaft wurde für 12 Uhr festgelegt. Als unsere beiden Piloten in der Luft waren, hat der Wettbewerbsleiter nun doch entschieden, das der Tag für heute neutralisiert ist. Frerk der nach dieser Meldung ein bisschen „rumfliegen“ wollte, ist dann letztendlich auf einer grünen Wiese außengelandet.  

Neunter Wertungstag (2.6.):
Die letzten Wertungstage sind angebrochen. Am neunten Wertungstag sah es am Morgen wieder nicht so toll aus, was sich aber im Laufe des Vormittags rasch verbesserte. Die beiden müssen heute eine Racing Task mit 438,8 km fliegen! Die beiden starteten gegen 12 Uhr und kamen auch relativ gut unter die Basis. Die beiden flogen sehr gut, bis sich Alexander wegen Höhenproblemen geschlagen geben musste und sein Flugzeug nach 396 Kilometern auf einem Acker „parken“ musste. Dabei ist ihm leider das GFK oberhalb der Höhenruderaufnahme gerissen;  das hat zufolge, das Alexander mit dem letzen Platz geehrt wurde und als Trostgeschenk ein Abschleppseil bekommen hat. Frerk hat alle Wendepunkte geschafft und landete nach 456 km gegen späten Nachmittag.

Zehnter Wertungstag (3.6.):
Am zehnten Tag, der ohne Alex und seiner „T“ beginnen musste, sah es relativ gut aus. Der Wettbewerbsleiter gab heute eine „Speed Assigned Area Task“ aus mit 173,1 bis 489,6 km aus. Diese große Kilometerspanne kommt daher, dass die Piloten an den Wendepunkten eine imaginäre „Tonne“ anfliegen müssen. Diese Tonne kann der Wettbewerbsleiter variieren, sie kann 5km oder auch 20 km groß sein. Dieses Ausfliegen der Tonne obliegt dem Piloten, in wie weit er sie ausfliegen möchte. Alex und ich sind in der Zeit nach Bruchsal gefahren und haben die „T“ in das LTB zur Begutachtung/Reparatur gegeben. Dabei stellte sich heraus, dass dieser Schaden gar nicht so groß war. Unsere „Tunte“ wird also am Samstag (06.06.09) wieder flugklar sein. Frerk der gegen späten Nachmittag nach 199 km gelandet ist, hat während wir noch die Heimreise bestreiten mussten den Grill angemacht, so dass wir vom Auto zum gedeckten Grilltisch gefallen sind.

Elfter Wertungstag (4.6.):
Am vorletzten Tag der Wertung haben wir die „JP“ um 09:00 Uhr in die Startaufstellung geschoben und haben danach gefrühstückt. Um halb elf ertönte die Briefingsmelodie. Frerk muss heute eine Racing-Task mit 324,6 km fliegen.
Startbereitschaft ist um 11:30 Uhr. Das Tor wird nach dem letzten Start 15 Minuten später geöffnet. Am späten Nachmittag kam Frerk nach 341km wieder am Platz an.

Zwölfter Wertungstag (5.6.):
Heute ist es soweit: nicht nur der letzte Wertungstag, sondern auch der neue Deutsche Segelflugmeister steht heute Abend bei einer großen Abschlussfeier fest. Bevor es aber soweit ist muss Frerk mit seiner „JP“ eine Racing Task fliegen mit 269,3km. Um 10:00 Uhr ertönte schon die Briefingsmelodie, heute soll es sehr früh los gehen. Um 11:00 Uhr ist Startbereitschaft. Unsere „JP“ ist im großen Pulk zwischen 12:37 Uhr und 12:43 abgeflogen.
Unsere „JP“ mit Frerk als Pilot kommt sehr gut voran. Nach dem Flug wurde Frerk mehrfach durch eine tolle Flugleistung gelobt, er sei heute allen davon geflogen.

Endergebnis:
Nach spannenden zwei Wochen DM in Winzeln mit tollem Wetter und spannenden Ereignissen konnte sie Tobias Welsch als neuer Deutscher Meister hervorheben. Herzlichen Glückwunsch!
Den tollen Tag und die letzten Wochen haben wir mit einer gemeinsamen Party ausklingen lassen, bei der alle Organisatoren durch die Piloten beklatscht wurden.

Resümee:
Am Tag der Abreise, noch etwas vom Vortag angeschlagen, ging es um 08:30 Uhr nach Hause.
Auch aus meiner Sicht als Rückholer war es ein sehr spannender Wettkampf, bei dem ich durch Erzählungen und einigen Briefings viel an theoretischen Wissen mitnehmen konnte. Auch das Zurückholen unserer beiden Piloten entpuppte sich als spannende Angelegenheit, die Landschaft, die Leute, etc. etc.
Ich möchte hier noch mal (trotz des kleinen Missgeschicks durch Alexanders Außenlandung) unsere beiden WM Teilnehmer beglückwünschen Das Niveau von den „Gegnerischen-Teilnehmern“ war sehr hoch und Frerk und Nanda mussten sich auch erst einmal an die etwas andere Umgebung gewöhnen. Das Fliegen in den Bergen ist nicht wie Streckenfliegen in S-H. Man hat dort unten einiges mehr zu beachten. Aber diese Erfahrung werden sie mit in die neue DM, oder in anderen Wettbewerben mitnehmen.
Auf jeden Fall kann man sagen. Wir drei hatten eine Menge Spass…
Falls Ihr wieder ein Rückholer braucht, ich bin dabei! 

Kevin Leser