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7. Offenes Märkisches Vergleichsfliegen

Aukruger Junioren beim 7. Offenen Märkischen Vergleichsfliegen (OMV) in Brandenburg an der Havel

Winter 07/08 – Aukrug, Heide

Es ist kalt, die Flugzeuge sind eingeräumt, der Wind bläst und die Bäume sind kahl. Träume von wärmeren Temperaturen, Thermik und vom Fliegen werden in der Nacht intensiver. Irgendwie ablenken müsste man sich, doch wie? Die Lösung – Suche nach einem geeigneten Wettbewerb, der zugleich nicht zu teuer, thermisch interessant gelegen ist und mit der Fliegerlagerplanung unseres Vereins nicht ins Gehege kommt. Da blieb nur eins, auf nach Brandenburg.

Nachdem die Onlineanmeldung an einem schönen Januarsonntag ein ziemliches Desaster war haben wir es dennoch geschafft einen der sehr begehrten 44 Club-Klasse Startplätze zu erhaschen. Somit waren Alex und ich als Junioren und Kalli, als erfahrener Wettbewerbspilot – und auch ein klein wenig Trainer und Mentor – dabei.

Ein Schnitt an dieser Stelle.


Frerk Frommholz auf dem Startfeld in Brandenburg

Spätsommer 08 - A7 Richtung Süden

Es ist heiß! Spätsommer! Laue Nächte und heiße Tage locken selbst den letzten Schlechtwetter-Muffel hervor.

14.8.2008. Wir schlagen auf dem zugegebenermaßen etwas knapp bemessenen Campingplatz die Zelte und den Blauen Bulli auf. Eigentlich war eine Parzelle mit ca. 30 m² für einen Piloten + Rückholer gedacht, aber naja, wer zu spät kommt muss sich ein wenig quetschen. Alles in allem entstand aber in mitten der Zelte ein sehr gemütlicher Aufenthaltsraum, durch einen Pavillion überdacht, den wir als Wohnzimmer in trockenen wie in nassen Zeiten zu schätzen lernten.

Trotz Bedenken wurden die ersten beiden Tagen sehr wohl fliegbar, sogar ziemlich gut. Wettbewerbserfahrung: Karl-Heinz Boller-Rocholl (Gott sei dank genannt Kalli): geschätzte 300 Wettbewerbe incl. Deutschen Meisterschaften undundund … Alex (genannt Nander) 1x Roitschjora und Frerk (genannt Frerk, quasi ich) 0 aber kluge Sprüche für 4 Weltmeisterschaften im Gepäck. So schleppten uns die zwischen 10 und 13 Wilgas bereitwillig und kraftvoll (quasi wie ein Diesel) in die Luft und schmissen uns so gar nicht motorschonend in 600m überm Brandenburger Bahnhof raus.

Klink – und weggetaucht – also rein in den Pulk. Eine toller Erfahrung mit 40 Flugzeugen in einem lauen Lüftchen zu kreisen. Allerhand ging auf meinem ersten Wettbewerbsflug schief, viele Verbesserungen nötig aber naja Spaß hatten Nander und ich im Teamflug. Und auch Kalli im Funk klang immer recht zufrieden. So zischten wir am ersten Tag alle 3 gesammelt über die Ziellinie. Schnell den Flieger einigermaßen an den Rand gezerrt stand 3 in 1 Rückholer Hanno (genannt Hannochen) mit eisgekühltem Bier bereit um auf diesen spaßigen Flug anzustoßen. Beim Bier stellte sich dann heraus, dass wir gar nicht mal so schlecht waren wie wir uns erst gedacht hatten sondern sehr manierlich auf den Plätzen Kalli 6, Nander 8 und ich 13 kamen, von immerhin 44, in einem mit ehem. Deutschen Meistern durchsetzten Feld, eine gute Leistung.

Auch der zweite Tag wurde fliegbar und wie sich herrausstellte sollte es gar der „Tag des Herrn“ werden. Bärte unter 3m/s wurden nicht gekurbelt, und Integratorwerte von bis zu 6 m/s brachen uns schier zum ausflippen. So legten wir mit unseren Clubbis um die 90er Schnitte hin. Wir waren uns nicht sicher wie gut wir waren aber wir hatten so viel Spaß an diesem Tag, das uns das fast egal. Richtig geil wars! Naja und meckern kann man über Kalli Platz 6 Frerk 16 und Nander 17 auch nicht.

Dann folgte, der Regen … und Niesel … und Schauer und … naja ein paar Aufrüstübungen und etwas Kunstflug und die eine oder andere Runde in der Wilga, aber nix dolles an sich.

Nach 3 Tagen Regen sollte dann aber endlich wieder Wetter sein. 21.08.08 – ein Würfeltag sollte es werden. Der Tag an dem die Schüler den Meister abhängen. Der erste Schenkel war schwierig einzuschätzen und recht langsam. Zunächst zu dritt versuchten wir unser Glück. Schnell trennten sich unsere Wege dann aber, da Altmeister Kalli eine andere Route für besser hielt. Nander und ich hielten zusammen. Wacker kämpften wir uns durch die „Brühe“ und ließen mutig zu schwache Bärte auch einfach stehen und siehe da als wir an der Elbe ankamen machte das Wetter auf und es war endlich wieder Zeit zum heizen. Zuhause angekommen viele lange Gesichter. Alle hatten sich verbastelt oder eingebuddelt, wir hingegen waren ganz zufrieden mit uns. Und siehe da, zu Recht. Nander 8. Frerk 14. Und Kalli 29. Was war da los. Es zeigte sich das viele oben stehende Piloten kleine Fehler gemacht hatten und diese summierten sich zu durchwachsenen Ergebnissen. Durch unser konstantes Fliegen und durch unsere sehr gute Technikbeherrschung konnten wir uns einige Vorteile verschaffen, die die fliegerische Erfahrung der anderen Teilnehmer teilweise aufwiegen konnte. Da es ab diesem Tag leider wieder nur regnete, stand die Gesamtwertung:

  • 8. Nander (qualifiziert für die Deutsche Meisterschaft)
  • 11. Frerk
  • 14. Kalli

Zugegeben etwas Glück war dabei aber wir sind stolz auf uns und heiß auf mehr Wettbewerbe auf denen wir die alten Hasen etwas ärgern können und hoffentlich fliegerisch ähnlich viel lernen wie an diesen 3 Wertungstagen. Es war toll!

Vielen Dank an den Segelflug Aukrug für „meine“ JP, an den Förderverein für die „T“, an unser Zelt das wie immer dicht war, den Bulli und den Golf, die so wacker durchgehalten haben, an Kallis Family, für die Bereicherung unseres Wohnzimmers und natürlich Hanno. Danke, dass du es so lange mit uns Deppen ausgehalten hast. Auf das nächste Jahr!

In diesem Sinne,

Gruß vom jetzt LS10-verwöhnten Frerk aus dem sonnigen Bruchsal in die Heimat.